Emmanuel Darnaud – Crozes-Hermitage at its best

erstellt am: 19.02.2020 | von: Dominik Thiele | Kategorie(n): Allgemein

Emmanuel Darnaud ist einer der sympathischsten und enthusiastischsten Winzer der nördlichen Rhône. Die Geschichte des noch jungen Weinguts begann 2001 mit 1,5 Hektar Rebfläche in Crozes-Hermitage. Sein Perfektionismus, Ehrgeiz und seine Leidenschaft waren gute Voraussetzungen, um große Weine zu produzieren. Doch er hatte auch Glück. Sein Schwiegervater ist nämlich niemand geringerer als Hermitage-Legende Bernard Faurie. 4 Jahre lang lehrte Fauri Emmanuel die biodynamische Weinbereitung, bevor dieser seine eigene kleine Domaine gründete. Inzwischen sind seine Rebflächen auf rund 15 Hektar angewachsen, davon einzelne Rebflächen in Saint Joseph. Der Großteil der Trauben für seinen Wein stammen von sehr alten Rebanlagen.

Die Weinbereitung

Seit seinem ersten Jahrgang 2001 verfolgt Darnaud eine Stilistik fruchtiger, lebendiger Crozes-Hermitage-Weine mit einem verführerischen, fast ätherischen Bouquet. Die Voraussetzungen für seine exzellenten Weine werden bereits im Weinberg geschaffen, beispielsweise durch sein penibles Laubwandmanagement, welches eine maximale Belüftung bei idealer Belichtung der Trauben ermöglicht. Alle Parzellen werden von Hand gelesen und separat vinifiziert, um den Ausdruck des jeweiligen Terroirs herauszuarbeiten. Die Trauben werden größtenteils entrappt. In den letzten Jahrgängen experimentiert Emmanuel jedoch verstärkt auch mit Ganztraubengärung, um den Weinen noch etwas zusätzliche Frische und Finesse zu verleihen. Schließlich reift die Weine hauptsächlich in verschieden großen Eichengebinden, zum Teil auch in Betoneiern.

Für den Jahrgang 2018 war es laut Emmanuel entscheidend, nicht zu spät zu lesen, die Temperaturen während der Gärung niedrig zu halten und eine sanfte Extraktion zu fördern, um die Finesse in den Weinen zu erhalten. Dies scheint ihm gut gelungen zu sein, wenn man den Lobeshymnen Joe Czerwinskis von Robert Parkers Wine Advocate lauscht.

Crozes-Hermitage Au Fil du Temps

Nach der Verkostung von drei Fässern, die für den 2018er Crozes-Hermitage Au Fil du Temps bestimmt waren, ist Czerwinski der Meinung, dass dies der beste Jahrgang dieser Cuvée sein wird, den Emmanuel Darnaud bisher produziert hat. Ein Mund voll Heidelbeeren in Kombination mit schwarzen Oliven und Lakritznoten. Er präsentiert sich vollmundig, dicht und konzentriert. „Crozes Hermitage doesn’t get much (if any) better than this“ jubelt Czerwinski und vergibt großartige 93-95+ PP.

Crozes-Hermitage blanc

Auch der 2018er Crozes-Hermitage blanc kann überzeugen. Zum Zeitpunkt der Verkostung ebenfalls noch im Fass, erwies sich der 2018er noch besser als der eh schon beeindruckende 2017er Crozes-Hermitage Blanc. Ein reiches Bouquet mit Anklängen von Honig, Mandarinen und reifer Melone. Am Gaumen zeigt er viel Würze, gefolgt von einem leicht salzigen, anhaltenden Abgang. Diese Handwerkskunst belohnt Czerwinski mit 91-93 PP.

Crozes-Hermitage Trois Chênes

Der 2018er Crozes-Hermitage Trois Chênes ist dunkler und pflaumenartiger als in den vorangegangenen Jahren, sehr konzentriert mit reifen, geschmeidigen Tanninen. Gleichzeitig schafft es Darnaud jedoch dem eine wunderbare Vitalität und Frische zu verleihen. Zusätzlich birgt der Trois Chênes noch großes Potential und das ist Czerwinski grandiose 92-94 PP wert.

Crozes Hermitage Mis en Bouche

Es überrascht nicht, dass schon die Basis-Cuvée, der 2018er Crozes Hermitage Mis en Bouche, dermaßen überzeugt. Gestoßener Pfeffer, schwarze Kirschen und schwarze Oliven betören in der Nase und am Gaumen dieses mittel- bis vollmundigen Weines. Eine seidige Textur, gepaart mit viel Frische und einem attraktiven Abgang. Hierfür gibt es 90-92 PP.

St Joseph Blanc

Von den 1,8 ha in Saint Joseph stammt unter anderem der 2018er St Joseph Blanc. Die Marsanne-Trauben wachsen hier auf Granitböden. Der vollmundige 2018er ist ein großer, reichhaltiger Wein. Er ist so reif, so rund, so mundfüllend und voller Pfirsich, dass es schwer zu verstehen ist, wie er gleichzeitig so lebendig und frisch schmecken kann. Das Ganze endet in einem salzigen, mineralischen, langanhaltenden Finish. Nicht weniger als 95 PP vergibt der Weinkritiker für diesen Tropfen.

St Joseph rouge La Dardouille

Schließlich verkostete Czerwinski noch den 2018er St Joseph rouge La Dardouille. Rauchige Akzente und Veilchen, die sich mit Aromen von Cassis und Heidelbeeren verweben, vollmundig, konzentriert und dicht strukturiert, mit einem langen, lebhaften und intensiv schmeckenden Abgang von purer Eleganz. Da bleibt Czerwinski nicht mehr zu tun, als mit einem „Wow“ und sagenhaften 94-96+ PP zu schließen.

Wir können es nicht erwarten bis der 2018er Jahrgang bei uns eintrifft. Bis dahin können wir uns zum Glück an den Weinen der letzten Jahre erfreuen. Und bei so einem Preis-Genuss-Verhältnis können wir Ihnen nur empfehlen es uns gleich zu tun.